Schloss Elmau

(Aus einer früheren Homepage der Elmau (ca. 2002)
in der heutigen findet sich nicht mehr der Teil
"Einige Worte zur Geschichte der Elmau")
Die aktuelle Selbstdarstellung:   ð http://www.schloss-elmau.de  
 

Schloss Elmau liegt in einem weiten, unberührten Hochtal am Fuße der Wettersteinwand 100km südlich von München zwischen Garmisch- Partenkirchen und Mittenwald. Das denkmalgeschützte Schloss wurde 1916 von dem damals sehr bekannten Lebensphilosophen und Schriftsteller Dr. Johannes Müller und seinem Schwager, dem Architekten

Prof. Dr. Carlo Sattler mit Unterstützung von Elsa Gräfin Waldersee als Refugium für seine Freunde und Künstler erbaut. Das Haus verbindet in seiner Architektur die Strenge und Großzügigkeit eines Klosters mit den Annehmlichkeiten eines modernen Ferienhotels und in seinem Angebot eine einzigartige Synthese von Kultur und Sport in unberührter Natur.
Schloss Elmau verfügt über 150 Zimmer, Appartements und Suiten, drei Konzertsäle mit beinahe täglichen kulturellen Veranstaltungen auf höchstem internationalen Niveau im Bereich der Kammermusik, des

Jazz, der Weltmusik, der Literatur sowie politischer Debatten zu aktuellen Fragen der Philosophie, der Zeitgeschichte und der Globalisierung.
In den Ferienzeiten bietet Schloss Elmau zusätzlich ein anspruchsvolles Kinder- und Jugendprogramm und ganzjährig Kinderbetreuung in einem Kindergarten. Für Künstler die hier auftreten stehen sieben Flügel (vier Steinway) zum Üben zur Verfügung. Gäste und Kinder haben die Möglichkeit zum Üben auf einem Yamaha Flügel im Atelier.
Ein großes Hallenbad, Saunen, Freibad und Sauna am Ferchenbach direkt vor dem Schloss, drei Tennissandplätze, Reithalle und Stall,

Mountainbikeverleih, White Water Rafting und regelmäßige Berg- und Wandertouren mit erfahrenen Bergführern sind nur einige von zahlreichen Sportmöglichkeiten.
Das Schloss verfügt über drei Restaurants, zwei große Gesellschaftsräume und Bar sowie mehrere Konferenzräume. Zwei Nebengebäude - das exklusive Müllerhaus mit 15 Zimmern, das rustikale

Alpengut Elmau mit 25 Zimmern und die Elmauer Alm ergänzen das Angebot. Nur die Suiten in Schloss Elmau und im Müllerhaus haben TV und Minibar.
Ein Grossteil unserer Service Mitarbeiter sind Volontäre aus aller Welt, die vor Aufnahme ihres Studiums vornehmlich zum Deutsch lernen für einige Monate zu uns kommen. Freundliche Improvisation im Service und eine Kosmopolitische, menschliche Atmosphäre sind uns wichtiger als kühle Hotel-Perfektion. Wir erlauben daher auch allen Mitarbeitern in ihrer freien Zeit Zugang zu allen Einrichtungen und Veranstaltungen des Hauses.


Einige Worte zur Geschichte der  Elmau

Schloss Elmau wurde 1916 von Dr. Johannes Müller, einem zu seiner Zeit in Deutschland und im benachbarten Ausland sehr populären Lebens-Philosophen und Schriftsteller, Christ und erklärtem Gegner der Kirche, der Anthroposophie und prinzipiell aller Weltanschauungssysteme, mit der finanziellen Unterstützung der Mäzenpatin Elsa Gräfin Waldersee von seinem Schwager, dem Architekten Prof. Carlo Sattler, erbaut. Für Johannes Müller und seine Freunde wie Adolf von Harnack, Prinz Max von Baden, Ricarda Huch, Elly Ney, Hans-Georg Gaddamer und unzählige andere war Schloss Elmau vor allem ein “Freiraum des persönlichen Lebens“ Andersdenkender, eine Zuflucht vor theologisch-philosophischen Letztbegründungs- und politischen Weltanschauungsdebatten. Ernst Troeltsch beschrieb 1918 Johannes Müller neben Max Scheler und Ricarda Huch das Ideal des guten Christen und Deutschen und Schloss Elmau als einen Ort “der Abkehr von allem äußeren Macht- und Sinnenkultus, ein Ort des ursprünglichen Glaubens”.
In diesem weltentrücktem Idyll deutscher Innerlichkeit, glaubte 1933 auch Johannes Müller trotz seiner massiven öffentlichen Kritik an Antisemitismus und Rassismus des Nationalsozialismus, wahrscheinlich aufgrund seiner Idealisierung einer kulturellen „Volksgemeinschaft“ von gemeinnützigen Individualisten, dennoch in Hitler einen von Gott geschickten Führer, welcher nicht nur die deutsche Gesellschaft und Nation aus der wirtschaftlichen und politischen Not befreien, sondern auch den Frieden und die Integration Deutschlands in Europa wolle. Eine Parteimitgliedschaft blieb jedoch für ihn als antidemokratischen Monarchisten und seine Familie ebenso ausgeschlossen, wie der Hitlergruß oder der Besuch nationalsozialistischer Politiker auf Schloss Elmau.
Das Verbot jeglicher, weil „der Erholung abträglicher“ politischer Kritik in Schloss Elmau und sein gleichzeitiges Eintreten für Hitler führten u.a. zum Zerwürfnis mit Freunden wie seinem Schwager Carlo Sattler. Andererseits führte sein Eintreten für deutsche Juden vor allem in seiner im April 1933 erschienenen Schrift „Die nationale Revolution“, ihrerseits zum Verbot und Beschlagnahmung dieser und folgender einschlägiger Publikationen sowie zur ständigen Überwachung durch die Gestapo und ab 1941 zum vollständigen Vortrags- und Veröffentlichungsverbot und einem, allerdings vergeblichen, Antrag ihn ins KZ Mauthausen einzuweisen. Um einer unmittelbar bevorstehenden Beschlagnahmung von Schloss Elmau durch die SS zuvorzukommen, verpachtete Johannes Müller 1942 das Schloss an die Wehrmacht als Erholungsheim für Fronturlauber. Die Familie lebte weiterhin im Müllerhaus. Die von einem Schwiegersohn von Johannes Müller geführte Landwirtschaft im Gut Elmau beschäftigte Zwangsarbeiter aus Polen.
Nach 1945 und der umstrittenen, erst 12 Jahre nach dem Tod Johannes Müllers (1949) endgültig aufgehobenen Verurteilung als Hauptschuldiger (sein hohes moralisches Ansehen, insbesondere auch aufgrund seines öffentlichen Eintretens für deutsche Juden, in denen er die besseren Deutschen sah, verleite nach Ansicht der Spruchkammer seiner Haltung zu Hitler besonderes Gewicht) wurde Schloss Elmau erst Lazarett der amerikanischen Armee und dann TB Erholungsheim für Displaced Persons. Nach Rückgabe des Schlosses an die Familie 1951 wurde Schloss Elmau unter der Leitung von Sieglinde Mesirca (geb. Müller), Dr.Odoardo Mesirca und Bernhard Müller wiederbelebt und modernisiert und vor allem durch die Ende der fünfziger Jahre von Hans Oppenheimer, Benjamin Britten, dem Amadeus Quartet, Yehudi Menuhin, Wilhelm Kempff u.v.a. mitbegründete Deutsch-Britische (Emigranten) Musikwoche im Januar international als Mekka der Kammermusik bekannt. Die intellektuelle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und ihrer andauernden Gegenwart und aktuellen Fragen der Politik blieb jedoch weiter aus. Es galt vermehrt die Musik, der Tanz und die Stille.
Im Jahr 1997 wurde Schloss Elmau von der Familie langfristig an Dietmar Müller-Elmau, einem weltweit erfolgreichen Softwareunternehmer und Enkel Johannes Müllers verpachtet und von ihm mit seinem Cousin, dem Architekten Christoph Sattler, einem Enkel des Erbauers Carlo Sattler, weitestgehend originalgetreu restauriert, modernisiert und um einen Literatursaal und ein modernes Hallenbad erweitert. Die Ruhe des weltfremden Idylls wurde fortan im Bruch mit seiner Tradition auch zum unruhigen, weltoffenen und Kosmopolitischen Ausgangspunkt für den wünschenswerten Pluralismus im Dialog Andersdenkender in politisch brisanten Fragen der Philosophie, der Zeit- und Ideengeschichte und der Soziologie. Die Veranstaltungen werden in der Regel in Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen und Gelehrten aus aller Welt, vor allem jedoch aus Israel und Deutschland, durchgeführt und finden inzwischen auch ein reges öffentliches Interesse. Neben der Internationalen Kammermusikwoche im Januar, den Kammermusiktagen zu Ostern und Pfingsten sowie die mehr als 100 Klassik-Konzerte und Tanzabende nach klassischer Musik, haben der amerikanische und europäische Jazz, die Weltmusik und die Literatur in zwei Festivals, und zahlreichen Veranstaltungen in Schloss Elmau ihr Publikum gefunden. In den Ferien ist Schloss Elmau jedoch vor allem ein Paradies für Familien mit Kindern (1/3 aller Gäste sind dann Kinder) und in der Nebensaison auch ein bevorzugter Ort für anspruchsvolle Konferenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft geworden.
In Schloss Elmau auftretende Künstler und Autoren werden von einer Gemeinnützigen Institution, dem Stifterverein Elmau e.V., dem u.a. auch [der frühere] Bundespräsident Dr. hc. Johannes Rau angehört, unterstützt.