Schloss Elmau liegt in einem weiten,
unberührten Hochtal am Fuße der Wettersteinwand 100km südlich von München
zwischen Garmisch- Partenkirchen und Mittenwald. Das denkmalgeschützte
Schloss wurde 1916 von dem damals sehr bekannten Lebensphilosophen und
Schriftsteller Dr. Johannes Müller und seinem Schwager, dem Architekten
Prof. Dr. Carlo Sattler mit Unterstützung von Elsa Gräfin Waldersee als
Refugium für seine Freunde und Künstler erbaut. Das Haus verbindet in
seiner Architektur die Strenge und Großzügigkeit eines Klosters mit den
Annehmlichkeiten eines modernen Ferienhotels und in seinem Angebot eine
einzigartige Synthese von Kultur und Sport in unberührter Natur.
Schloss Elmau verfügt über 150 Zimmer, Appartements und Suiten, drei
Konzertsäle mit beinahe täglichen kulturellen Veranstaltungen auf höchstem
internationalen Niveau im Bereich der Kammermusik, des
Jazz, der Weltmusik, der Literatur sowie politischer Debatten zu aktuellen
Fragen der Philosophie, der Zeitgeschichte und der Globalisierung.
In den Ferienzeiten bietet Schloss Elmau zusätzlich ein anspruchsvolles
Kinder- und Jugendprogramm und ganzjährig Kinderbetreuung in einem
Kindergarten. Für Künstler die hier auftreten stehen sieben Flügel (vier
Steinway) zum Üben zur Verfügung. Gäste und Kinder haben die Möglichkeit
zum Üben auf einem Yamaha Flügel im Atelier.
Ein großes Hallenbad, Saunen, Freibad und Sauna am Ferchenbach direkt vor
dem Schloss, drei Tennissandplätze, Reithalle und Stall,
Mountainbikeverleih, White Water Rafting und regelmäßige Berg- und
Wandertouren mit erfahrenen Bergführern sind nur einige von zahlreichen
Sportmöglichkeiten.
Das Schloss verfügt über drei Restaurants, zwei große Gesellschaftsräume
und Bar sowie mehrere Konferenzräume. Zwei Nebengebäude - das exklusive
Müllerhaus mit 15 Zimmern, das rustikale
Alpengut Elmau mit 25 Zimmern und die Elmauer Alm ergänzen das Angebot.
Nur die Suiten in Schloss Elmau und im Müllerhaus haben TV und Minibar.
Ein Grossteil unserer Service Mitarbeiter sind Volontäre aus aller Welt,
die vor Aufnahme ihres Studiums vornehmlich zum Deutsch lernen für einige
Monate zu uns kommen. Freundliche Improvisation im Service und eine
Kosmopolitische, menschliche Atmosphäre sind uns wichtiger als kühle
Hotel-Perfektion. Wir erlauben daher auch allen Mitarbeitern in ihrer
freien Zeit Zugang zu allen Einrichtungen und Veranstaltungen des Hauses.
Einige Worte zur Geschichte der Elmau
Schloss Elmau wurde 1916 von Dr. Johannes Müller, einem zu seiner Zeit in
Deutschland und im benachbarten Ausland sehr populären Lebens-Philosophen
und Schriftsteller, Christ und erklärtem Gegner der Kirche, der
Anthroposophie und prinzipiell aller Weltanschauungssysteme, mit der
finanziellen Unterstützung der Mäzenpatin Elsa Gräfin Waldersee von seinem
Schwager, dem Architekten Prof. Carlo Sattler, erbaut. Für Johannes Müller
und seine Freunde wie Adolf von Harnack, Prinz Max von Baden, Ricarda
Huch, Elly Ney, Hans-Georg Gaddamer und unzählige andere war Schloss Elmau
vor allem ein “Freiraum des persönlichen Lebens“ Andersdenkender, eine
Zuflucht vor theologisch-philosophischen Letztbegründungs- und politischen
Weltanschauungsdebatten. Ernst Troeltsch beschrieb 1918 Johannes Müller
neben Max Scheler und Ricarda Huch das Ideal des guten Christen und
Deutschen und Schloss Elmau als einen Ort “der Abkehr von allem äußeren
Macht- und Sinnenkultus, ein Ort des ursprünglichen Glaubens”.
In diesem weltentrücktem Idyll deutscher Innerlichkeit, glaubte 1933 auch
Johannes Müller trotz seiner massiven öffentlichen Kritik an
Antisemitismus und Rassismus des Nationalsozialismus, wahrscheinlich
aufgrund seiner Idealisierung einer kulturellen „Volksgemeinschaft“ von
gemeinnützigen Individualisten, dennoch in Hitler einen von Gott
geschickten Führer, welcher nicht nur die deutsche Gesellschaft und Nation
aus der wirtschaftlichen und politischen Not befreien, sondern auch den
Frieden und die Integration Deutschlands in Europa wolle. Eine
Parteimitgliedschaft blieb jedoch für ihn als antidemokratischen
Monarchisten und seine Familie ebenso ausgeschlossen, wie der Hitlergruß
oder der Besuch nationalsozialistischer Politiker auf Schloss Elmau.
Das Verbot jeglicher, weil „der Erholung abträglicher“ politischer Kritik
in Schloss Elmau und sein gleichzeitiges Eintreten für Hitler führten u.a.
zum Zerwürfnis mit Freunden wie seinem Schwager Carlo Sattler.
Andererseits führte sein Eintreten für deutsche Juden vor allem in seiner
im April 1933 erschienenen Schrift „Die nationale Revolution“, ihrerseits
zum Verbot und Beschlagnahmung dieser und folgender einschlägiger
Publikationen sowie zur ständigen Überwachung durch die Gestapo und ab
1941 zum vollständigen Vortrags- und Veröffentlichungsverbot und einem,
allerdings vergeblichen, Antrag ihn ins KZ Mauthausen einzuweisen. Um
einer unmittelbar bevorstehenden Beschlagnahmung von Schloss Elmau durch
die SS zuvorzukommen, verpachtete Johannes Müller 1942 das Schloss an die
Wehrmacht als Erholungsheim für Fronturlauber. Die Familie lebte weiterhin
im Müllerhaus. Die von einem Schwiegersohn von Johannes Müller geführte
Landwirtschaft im Gut Elmau beschäftigte Zwangsarbeiter aus Polen.
Nach 1945 und der umstrittenen, erst 12 Jahre nach dem Tod Johannes
Müllers (1949) endgültig aufgehobenen Verurteilung als Hauptschuldiger
(sein hohes moralisches Ansehen, insbesondere auch aufgrund seines
öffentlichen Eintretens für deutsche Juden, in denen er die besseren
Deutschen sah, verleite nach Ansicht der Spruchkammer seiner Haltung zu
Hitler besonderes Gewicht) wurde Schloss Elmau erst Lazarett der
amerikanischen Armee und dann TB Erholungsheim für Displaced Persons. Nach
Rückgabe des Schlosses an die Familie 1951 wurde Schloss Elmau unter der
Leitung von Sieglinde Mesirca (geb. Müller), Dr.Odoardo Mesirca und
Bernhard Müller wiederbelebt und modernisiert und vor allem durch die Ende
der fünfziger Jahre von Hans Oppenheimer, Benjamin Britten, dem Amadeus
Quartet, Yehudi Menuhin, Wilhelm Kempff u.v.a. mitbegründete
Deutsch-Britische (Emigranten) Musikwoche im Januar international als
Mekka der Kammermusik bekannt. Die intellektuelle Auseinandersetzung mit
der Vergangenheit und ihrer andauernden Gegenwart und aktuellen Fragen der
Politik blieb jedoch weiter aus. Es galt vermehrt die Musik, der Tanz und
die Stille.
Im Jahr 1997 wurde Schloss Elmau von der Familie langfristig an Dietmar
Müller-Elmau, einem weltweit erfolgreichen Softwareunternehmer und Enkel
Johannes Müllers verpachtet und von ihm mit seinem Cousin, dem Architekten
Christoph Sattler, einem Enkel des Erbauers Carlo Sattler, weitestgehend
originalgetreu restauriert, modernisiert und um einen Literatursaal und
ein modernes Hallenbad erweitert. Die Ruhe des weltfremden Idylls wurde
fortan im Bruch mit seiner Tradition auch zum unruhigen, weltoffenen und
Kosmopolitischen Ausgangspunkt für den wünschenswerten Pluralismus im
Dialog Andersdenkender in politisch brisanten Fragen der Philosophie, der
Zeit- und Ideengeschichte und der Soziologie. Die Veranstaltungen werden
in der Regel in Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen und
Gelehrten aus aller Welt, vor allem jedoch aus Israel und Deutschland,
durchgeführt und finden inzwischen auch ein reges öffentliches Interesse.
Neben der Internationalen Kammermusikwoche im Januar, den Kammermusiktagen
zu Ostern und Pfingsten sowie die mehr als 100 Klassik-Konzerte und
Tanzabende nach klassischer Musik, haben der amerikanische und europäische
Jazz, die Weltmusik und die Literatur in zwei Festivals, und zahlreichen
Veranstaltungen in Schloss Elmau ihr Publikum gefunden. In den Ferien ist
Schloss Elmau jedoch vor allem ein Paradies für Familien mit Kindern (1/3
aller Gäste sind dann Kinder) und in der Nebensaison auch ein bevorzugter
Ort für anspruchsvolle Konferenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft
geworden.
In Schloss Elmau auftretende Künstler und Autoren werden von einer
Gemeinnützigen Institution, dem Stifterverein Elmau e.V., dem u.a. auch
[der frühere] Bundespräsident Dr. hc. Johannes Rau angehört, unterstützt.